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Josef Albers (1888–1976) - Ehrung des Quadrats: Gelbe Zentrum (1954)

Öl auf Hartfaserplatte, 109,5 x 109,5 cm, Orangerie, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Inv. 2801

Was wird geschehen, wenn ein Künstler die Farbe in den Vordergrund rückt und die Form stark vereinfacht? Ein Blick auf das Gemälde von Josef Albers gibt uns eine Antwort darauf. Mit seinen Arbeiten möchte Albers uns die Relativität des Sehens vorführen. Die Farben in seinen Bildern stehen nicht als Eigenwerte, sondern wirken im Kontext ihrer „Nachbarn“.

Um diese Wechselwirkung zu präsentieren, schuf Albers seit 1949/50 eine Folge von den Homage-to-the-Square-Bildern. Er wählte das Quadrat als Grundform und variierte sowohl dessen Anzahl als auch das Schema. Die Bilder sind drei – oder wie im vorliegenden Werk der Karlsruher Kunsthalle – vierfarbig. Die Ineinanderschachtelung sowie heterogene Beleuchtung lassen bestimmte Zonen hervor- oder zurücktreten. Die Farbränder, die sich in der Breite unterscheiden, führen zur unterschiedlich wahrnehmbaren Intensität der Kolorite.

Grundlage für die Entstehung seiner Serie war somit die Erprobung von Fläche und Farbe in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Mittels Folge und Varianz führt der Künstler dem Betrachter die Beeinflussung von Farben, die er als „das relativste Mittel der Kunst“ betrachtete, durch optische Mischungen vor. In unserer Reihe zeigt dieses Gemälde wie kein anderes, was Folge und Varianz mit einfachsten Gestaltungsmittel bewirken können.

Durch seine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und der optischen Täuschung gehört Josef Albers zu den Begründern der Op-Art, die sich in den 1960er Jahren aus den Traditionen des Bauhauses und des Konstruktivismus entwickelt hat. Albers, der nicht nur als Maler und Grafiker tätig war, gilt als einer der prägendsten Lehrer am Bauhaus in Dessau.

NTW

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