Wolfgang Münch (*1963) und Kiyoshi Furukawa (*1959) - Bubbles (2000)

Video-Projektion mit Echtzeit Video-Tracking System, ZKM │ Zentrum für Kunst und Medien , Inv. MM0070.2003

Bei Bubbles handelt es sich um eine Multiuser-Installation aus dem Jahre 2000. Erstellt wurde diese vom Komponisten Kiyoshi Furukawa und dem Medienkünstler Wolfgang Münch während eines Forschungsaufenthaltes im ZKM.

Die Installation besteht aus einem Projektor, der eine in Echtzeit generierte Computersimulation von langsam absteigenden Seifenblasen auf eine gegenüberliegende Leinwand projiziert. Stellen sich ein oder mehrere BesucherInnen in den Lichtstrahl des Projektors, wird der dabei verursachte Schatten auf der Leinwand von einer dahinter stehenden Kamera erfasst. Der Computer wertet das Bild aus, erkennt Bewegung und Kontur der Körpersilhouette und berechnet daraus eine virtuelle Kollision mit jeder einzelnen, sich autonom bewegenden Seifenblase. Entsprechend der kodifizierten physikalischen Gesetze innerhalb des Programmcodes, prallen die virtuellen Seifenblasen an den Bewegungen der Schatten ab und verursachen dabei eine zufällige Klangkomposition.

Der ganze Körper dient auf eine spielerische Art als Eingabewerkzeug. Seine physische Präsenz und Aktion hat eine direkte Auswirkung auf die virtuelle Abbildung. Es hat den Anschein, als ob der virtuelle und der materielle Raum ineinander übergehen.

Für beide Künstler stellt dieses Werk eine weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit dar. Schon 1999 behandelten sie in ihrem Programm mit dem Titel Small Fish die Thematik von Klängen und ihrer visuellen Repräsentation. Ein System von grafischen Objekten, die eingeschränkt untereinander Informationen austauschen, wird von der Benutzerinteraktion beeinflusst und verändert seinen Ablauf. Wie auch bei Bubbles, bestimmen letztendlich der Systemzustand und die Parameter der Benutzereingabe die Audiovisualität des Kunstwerkes.

Im Kontext unserer werkübergreifenden Betrachtung zu Folge & Varianz wird in dieser Installation deutlich, dass die Wiederholung der Klänge und des Bildmotives in Form der Seifenblase hier ein wichtiges ästhetisches Element darstellt. Die beständige Abfolge von Seifenblasen, die stetig in derselben Gestalt erscheinen, erfahren in ihrer Bewegung, die von der Besucherinteraktion beeinflusst ist, eine ständige Variation.

JH

Verwendete Literatur:

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