Marijke van Warmerdam (*1959) - Take a long break I, II (2006)

Photos auf Di-bond mit Draht und Ventilator, jeweils 150 x 187,5 cm, StädtischeGalerie Karlsruhe, Inv. 2007/709

Das Œuvre der niederländischen Künstlerin Marijke van Warmerdam, die in Karlsruhe und Amsterdam tätig ist, umfasst eine Bandbreite künstlerischer Medien. So hat sie neben Film, Fotografie, Skulptur und Malerei, Installationen, wie die vorliegende Arbeit aus der Städtischen Galerie Karlsruhe, geschaffen.

Ein überstimmendes Merkmal ihrer Arbeiten ist die Reduktion auf nur wenige, alltagsbezogene Objekte, die aus dem realen Zusammenhang genommen, scheinbar schwerelos existent sind. Die Arbeit der Städtischen Galerie ist hier bespielhaft: Zwei unsichtbar an der Decke aufgehängte Fotografien, die sich mittels eines am Boden platzierten Ventilators, hypnotisch im Kreis drehen. Die Bilder zeigen zwei Tassen samt Untertasse mit einem Dekor aus schwarzen und roten Punkten. Erst die sanften Drehungen der großformatigen Tafeln offenbaren ihr Geheimnis: Während aus einer der Tassen Dampf aufsteigt, erheben sich aus der anderen seifenblasenartige, durchscheinende rötliche Punkte, einer mit einer Palme im Kern.

Lediglich auf den ersten Blick sind die Fotografien identisch, ihre folgenreiche Varianz eröffnet sich, wenn wir der Aufforderung der Künstlerin durch Titel – Take a long break – nachkommen. Das Aufrechterhalten des Moments ist somit ein zentraler Punkt der Werke van Warmerdams. Die nur geringfügigen Veränderungen, die eindeutig auf das gezeigte Objekt rekurrieren, entheben es jedoch zugleich aus dem originalen Kontext und verleihen der Abbildung in ihrer puristischen Schärfe eine eigene, neue Realität.

Obgleich die Künstlerin keine eigenständige Geschichte erzählt, kann sich der Betrachter der magischen Variation der beiden Tafeln, ihrer endlosen, sich immer wieder aufs Neue transformierenden Abfolge, kaum entziehen.

AK

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